Insider Report das Social Media Magazin von dder Media Manufacture Mannheim

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Insider Report das Social Media Magazin von dder Media Manufacture Mannheim

Markenbotschafter statt Content-Touristen: Influencer-Marketing in der Superior Hotellerie

Inhalt

Es ist Montagmorgen. Der Hoteldirektor öffnet sein E-Mail-Postfach und scrollt durch die Nachrichten. Zwischen Reservierungsanfragen und Lieferanten-Mails finden sich gleich mehrere Nachrichten mit ähnlichem Betreff: „Kooperationsanfrage“. Content-Creator bieten an, das Hotel „auf ihrem Kanal zu präsentieren“ – im Tausch gegen ein paar Nächte in einer schönen Suite.

In vielen Häusern des 4- und 5-Sterne-Segments betrachtet man solche Anfragen mittlerweile mit gemischten Gefühlen. Entweder haben Sie in der Vergangenheit bereits Gratis-Nächte vergeben, ohne dass der erhoffte Ansturm auf das Reservierungssystem folgte. Oder Sie nehmen fröhlich alle Anfragen an (oder eben einen Teil davon), denn es handelt sich ja nur um 1-2 Nächte. Das Zimmer wäre ja sowieso frei. Was ist Ihr erster Impuls?

Aus unserer Sicht funktioniert Influencer-Marketing hervorragend – wenn man aufhört, reaktiv Anfragen abzuarbeiten, und beginnt, die Auswahl strategisch selbst in die Hand zu nehmen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie die perfekten Markenbotschafter für Ihr Hotel finden, warum klare Verträge auch bei Barter-Deals unerlässlich sind und wie Sie den Erfolg einer Kooperation jenseits von sofortigen Direktbuchungen richtig messen.

Suche und Auswahl: Werden Sie zum Regisseur Ihrer Reichweite

Der größte Fehler, den Hotels im Influencer-Marketing machen, beginnt bereits im Posteingang. Die Strategie lautet oft: „Wir schauen mal, wer uns denn so anfragt, und nehmen den Besten davon.“ Aber: Wer exzellentes Marketing betreiben will, muss agieren statt reagieren.

 

Agieren statt Reagieren: Das Problem der Inbound-Anfragen

Anfragen, die ungefragt in Ihrem Postfach landen (Inbound), sind aus unserer Agentur-Erfahrung oft unbrauchbar – auch wenn Ausnahmen die Regel bestätigen. Oft handelt es sich um standardisierte Copy-Paste-Nachrichten von Creatorn, die primär einen günstigen Urlaub suchen – und das schnellstmöglich. Meist fehlt ein aussagekräftiges Media Kit mit allen wichtigen Zahlen, oder die Profile passen qualitativ nicht zum Superior-Anspruch Ihres Hauses. Wenn Sie solche Deals annehmen, ist Ihr Hotel am Ende nur die dritte Station einer wochenlangen „Hotel-Hopping“-Tour. Die Follower des Influencers suchen meist nur nach den günstigsten Deals, die Authentizität des Influencers ist fragwürdig und der Outcome für Ihr Haus tendiert gegen null.

Die Lösung? Nehmen Sie die Zügel selbst in die Hand. Suchen Sie gezielt nach Profilen, die Ihre Werte teilen, und sprechen Sie diese proaktiv an.

 

Die Marken-DNA erkennen: Wer passt wirklich zu uns?

Bevor Sie nach draußen gehen, müssen Sie nach innen schauen. Welche DNA hat Ihr Haus? Welche Werte vertreten Sie? Wie sieht Ihr Wunschgast konkret aus?

Wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, klärt sich auch die ewige Debatte um die Größe des Influencers:

  • Die Macro-Strategie (Große Influencer): Sind Sie ein großes, renommiertes Haus mit über 100 Zimmern, weitläufigen Wellness-Landschaften und einem High-Class Service-Apparat? Dann können große Macro-Influencer (ab ca. 100.000 Followern) ihre volle Wirkung entfalten. Sie bringen massive Sichtbarkeit und platzieren Ihre Marke auf der (inter-)nationalen Landkarte.
  • Die Micro-Strategie (Kleine Influencer): Sind Sie hingegen ein intimes 5-Sterne-Boutique-Hotel mit 30 Zimmern, bei dem der Gastgeber jeden Gast beim Namen kennt und der Service extrem familiär ist? Dann sollten Sie auf Micro-Influencer (10.000 bis 50.000 Follower) setzen. Diese haben oft eine extrem loyale, spitz definierte Community. Wenn ein Micro-Influencer von der familiären Atmosphäre Ihres Hauses schwärmt, wird das bedingungslos geglaubt, weil die Nähe zu den Followern viel intensiver ist.
  • Experten-Tipp: Setzen Sie auf Influencer, die die Interessen Ihrer Zielgruppe widerspiegeln, statt auf reine Travel-Influencer, die jede Woche ein neues Reiseziel vorstellen. So wirkt die Werbung für Ihr Haus noch viel authentischer und konkurriert nicht mit dem nächsten 5-Sterne Wellnesshotel. Mögliche Interessen können Fashion, Sport, Ernährung, Achtsamkeit oder Ähnliches sein.

 

Das Media Kit: Der unbestechliche Gatekeeper

Haben Sie einen potenziellen Kandidaten gefunden (oder eine der seltenen, guten Inbound-Anfragen erhalten), ist der nächste Schritt zwingend: Fordern Sie das Media Kit an. Ein Blick auf das Instagram-Profil und die bloße Follower-Zahl reicht niemals aus, da diese Daten oberflächlich sind. Ein professionelles Media Kit gewährt Ihnen tiefe Einblicke. Prüfen Sie diese Dinge rigoros:

  1. Die Zielgruppendeckung: Ist die tatsächliche Zielgruppe des Creators (Alter, Herkunft, Geschlecht) identisch mit den Gästen, die Sie ansprechen wollen?
  2. Follower vs. Reichweite: Wie ist das Verhältnis aus Followern und der tatsächlichen Reichweite (Views auf Stories und Reels)? Ein Account mit 80.000 Followern, dessen Reels aber nur von 3.000 Menschen gesehen werden, hat ein massives Problem mit toten Accounts oder Fake-Followern.
  3. Engagement-Raten: Welche Formate (Stories, Reels, Bild-Posts) bekommen die meiste Interaktion (Saves, Shares, Kommentare) und Aufmerksamkeit? Daran richten Sie später die Vertragsdetails aus.

Fallstudie: Hotel Bad Schachen – Die Macht der Nische

Wie geniales, proaktives Influencer-Marketing aussieht, zeigt eine Kooperation des traditionellen Grandhotel Bad Schachen am Bodensee.

Anstatt den hundertsten klassischen „Reise-Blogger“ zu engagieren, der am Ende ohnehin nur austauschbare Bilder postet, ergab sich ein Barter-Deal mit einem Creator, der historische und besondere Orte in ganz Europa in den Vordergrund rückt. Dieser Creator brachte eine Reichweite von über 500.000 Followern mit.

  • Der Hebel: Er zog eine hochgradig affine Interessenszielgruppe an. Menschen, die in diesem Moment vielleicht gar nicht aktiv nach einem Urlaub suchten, aber ein massives Faible für Historie, Architektur und einzigartige Orte haben.
  • Das Ergebnis: Der Content wurde extrem hochwertig produziert. Das Hotel Bad Schachen wurde nicht als austauschbare Unterkunft beworben, sondern als historisches Erlebnis inszeniert. Die Folge war ein massiver Zuwachs an neuen, hochqualitativen Followern. Es zeigte: Manchmal liegt der größte Erfolg außerhalb der klassischen „Travel-Bubble“.

Verträge schärfen: Sicherheit für beide Seiten

Egal, ob Sie einen reinen Barter-Deal (Übernachtung gegen Content) abschließen oder ein zusätzliches monetäres Budget in die Hand nehmen: Influencer-Marketing ist ein B2B-Geschäft. Verträge sind hierbei keine Schikane, sondern für beide Seiten essentiell wichtig, um Details abzuklären, Rahmenbedingungen abzusichern und Enttäuschungen vorzubeugen.

Ein professioneller Vertrag muss das erwartete Leistungsspektrum glasklar definieren. Wie viele Reels oder Bild-Beiträge werden gepostet? Wie viele Story-Sequenzen? Wann gehen diese online? Wie wird der Hotel-Account verlinkt? Gibt es spezifische Wording-Vorgaben für die Captions? Was passiert, wenn eine Partei ihre Leistung nicht erbringt? Gibt es ein Rücktrittsrecht? Und so weiter und so fort… 

Fallstudie: Das Detail liegt im Kleingedruckten

Dass Kooperationen ohne den Blick fürs Detail verpuffen können, zeigt ein Fall aus dem Tourismus-Marketing.

Das Tourismusbüro bezahlte eine bekannte Lifestyle-Influencerin für ein Reel und Story-Sequenzen als Eventbegleitung. Das Geld floss, die Influencerin reiste an und der Content wurde produziert und gepostet.

  • Das Problem: Die Details wurden im Vorhinein nicht abgeklärt. Die Influencerin postete die Story-Sequenzen, verlinkte das Profil der Stadt aber nicht über den offiziellen Tag-Sticker.
  • Die Folge: Das Tourismusbüro konnte die Stories nicht auf dem eigenen Kanal reposten. Noch schlimmer: Die Follower der Influencerin konnten nicht mit einem Klick auf das Profil der Stadt gelangen.
  • Das Fazit: Da die vertragliche Verlinkungspflicht fehlte, gab es kaum Traffic, kaum neue Follower und nur ein geringer Outcome für das Marketing. Eine enttäuschende Lektion, die zeigt, wie wichtig Detailgenauigkeit ist.

Erfolg messen: Der wahre Wert der Sichtbarkeit

Die Erwartungshaltung vieler Hoteliers ist oft falsch kalibriert. Wer denkt, ein Influencer postet am Dienstag ein Video und am Mittwoch laufen zehn Direktbuchungen in das PMS-System ein, wird meist enttäuscht. Der nächste 5-Sterne-Urlaub ist kein Spontankauf. Er braucht Vertrauen und Bindung. Und genau diese KPIs erfüllen Influencer.

Der ROI liegt im Top of Funnel (Interesse wecken)

Influencer-Marketing bringt zunächst eines: geballte Aufmerksamkeit. Der Creator zieht eine perfekt passende Zielgruppe an und transferiert diese als neue Follower auf Ihren Hotel-Account. Haben Sie diese Aufmerksamkeit erstmals generiert, können Sie den Erfolg gezielt ausbauen:

  • Gewinnspiele: Koppeln Sie die Kooperation an ein Gewinnspiel. Die Bedingung: Wer gewinnen will, muss dem Hotel folgen. Das maximiert den Outcome (Follower-Wachstum) für Ihren Account enorm.
  • Der organische Übergang: Sobald die neuen Follower auf Ihrem Profil sind, endet die Arbeit des Influencers und Ihre eigene beginnt. Es geht nun darum, diese Menschen durch Ihren eigenen, exzellenten Hotel-Content weiter zu begeistern und sie Schritt für Schritt zur Buchung zu motivieren. 

Checkliste für Ihre Influencer-Kooperationen

Bevor Sie einer Kooperation (egal ob Inbound oder Outbound) zustimmen, prüfen Sie diese Punkte:

[  ] Marken-Fit: Passt die Ästhetik und die Tonalität des Creators wirklich zu unserem 4- oder 5-Sterne-Standard?

[  ] Media Kit Check: Wurden Demografie, Engagement-Rate und echte Reichweite detailliert geprüft?

[  ] Die Nische: Suchen wir vielleicht gezielt außerhalb der „Reise-Bubble“ (z. B. Architektur, Kulinarik, Historie), um neue Zielgruppen zu erschließen?

[  ] Vertragliche Klarheit: Sind Leistungen, Verlinkungspflichten und Nutzungsrechte schriftlich fixiert?

[  ] Follow-up: Ist unser eigener Social-Media-Kanal aktuell so gut gepflegt, dass er die neuen Profilbesucher auch tatsächlich als Follower binden kann?

Schlusswort: Das Zepter selbst in die Hand nehmen

Influencer-Marketing ist weder ein Selbstläufer noch eine reine Geldverschwendung. Es ist ein hochpräzises Marketinginstrument, das seine volle Kraft entfaltet, wenn es strategisch gesteuert wird. Wer seine eigene Marken-DNA kennt, proaktiv die passenden (Micro- oder Macro-) Creator auswählt, Verträge schärft und den Traffic auf ein exzellent gepflegtes Hotel-Profil lenkt, macht aus reiner Aufmerksamkeit langfristigen Umsatz.

Wir von der Media Manufacture Mannheim, Ihre Social Media Agentur aus Mannheim für die Superior-Hotellerie, unterstützen Sie bei der strategischen Influencer-Auswahl, haben den Detailblick für Ihre vertragliche Abstimmung und messen die relevanten KPIs für Ihr Hotel.

Möchten Sie wissen, welche Influencer-Strategie zu Ihrem Hotel passt?

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FAQ: Häufige Fragen zum Influencer-Marketing

1. Sollen wir Barter-Deals machen oder Influencer monetär bezahlen?

Beides ist legitim und hängt vom Creator ab. Viele hochprofessionelle Influencer verlangen eine Bezahlung, da die Content-Produktion ihr Vollzeitberuf ist. Barter-Deals (Leistung gegen Leistung) funktionieren ebenfalls sehr gut. Legen Sie sich vorab ein Budget fest und betrachten Sie dieses als feste Investition ins Marketing, genau wie bei Werbeanzeigen.

Nutzen Sie Kooperationen idealerweise antizyklisch. Es bringt wenig, Influencer in der absoluten Hochsaison einzuladen, wenn das Hotel ohnehin ausgebucht ist und das Personal am Limit arbeitet. Laden Sie Creator stattdessen ein, um gezielt Content für die kommende Zwischensaison zu produzieren und frühzeitig Aufmerksamkeit für potenzielle Buchungslücken zu generieren.

Im 4- und 5-Sterne Segment sind klassische „10%-Rabattcodes“ oft nicht förderlich für die Luxus-Positionierung der Marke. Besser sind Value-Adds: Wenn der Gast bei der Buchung den Namen des Influencers angibt, erhält er ein Upgrade nach Verfügbarkeit oder eine Flasche Wein aufs Zimmer. Das schützt die Rate und wirkt hochwertiger.

Die größte Stärke eines Influencers ist seine Authentizität. Außerdem: Content-Produktion und Dinge bestmöglich darstellen, ist tatsächlich ihr Job. Lassen Sie ihn das Hotelerlebnis in seiner eigenen, gewohnten Sprache an seine Community übersetzen. Falls vorhanden, können Sie Ihre Markenrichtlinien (z.B. Wording und Schreibweise) und Ihre zentralen Botschaften (z. B. den Fokus auf den neuen Spa-Bereich) mitgeben, aber diktieren Sie nicht das Skript. 

Die Media Manufacture Mannheim nimmt Ihnen die zeitraubende Arbeit ab. Wir sichten Media Kits, bewerten die echte Reichweite, suchen proaktiv nach perfekten Markenbotschaftern für Ihre Hotel-DNA und definieren die strategischen und inhaltlichen Rahmenbedingungen für Ihre Kooperation. So stellen wir sicher, dass aus Sichtbarkeit echte Wertschöpfung wird.

Wir kümmern uns um Ihre Präsenz, Sie kümmern sich um Ihre Gäste.
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